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18.7.99 600km Vieleck

 

Startort LOLT

 

Ein derartiger Flug beginnt immer mit der Vorbereitung, d.h. am Vortag steht eine Motorradtour mit Gerlinde nach Mariazell am Programm. Anmerkung: alle Außenlandewiesen zwischen Weyer und Mariazell sind frisch gemäht.

 

Wetterfax: Alpfor im „Norden" hohe Basis bis 11 000ft

 

Ein Vieleck entlang der Rennstrecke, d.h. Ennstal und Pinzgau ermöglicht vielleicht auch eine hohe Schnittgeschwindigkeit.  große Strecke? Naja, es ist doch erst morgen!

 

18.Juli, 8.00 Wetterfax: aufgrund der guten Alpen – Vorhersage im „Norden" bin ich für diesen Tag besonders zuversichtlich. Somit setze ich die Aufgabe auch groß genug, abkürzen kann man immer!

 

Aufgabe: Almkolgel – Gemeindealpe – Kreuzjoch – Gemeindealpe – Flp Seitenstetten 608,09 km

Um ca.9.00 treffe ich gemeinsam mit Patrick, der für diesen Tag seine Silber-C Strecke nach Scharnstein (60km) probieren möchte, ein. Der Vergleich unserer beiden Aufgabenstellungen klingt für ihn doch etwas seltsam, aber er hat auch nur eine Ka-8 zur Verfügung. Nach einigem Wettergeplänkel bereiten wir unser Flugzeuge vor, wobei wir Ferdl B. über den Weg laufen: „Glaubst geht's heit, s' Segelflign?" -- „Vielleicht, probiern' dama's !"

 

 

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Nachdem unser Flugzeug bereit stehen, DG-200 gefüllt mit 2,5lt Saft und vier Wurstsemmeln von Fr. Bauer, stellt sich das Problem des Schleppiloten. Auf der Liste steht Lesiak, wobei Phillip diesen Dienst machen sollte, Gerüchten zu Folge aber am Vorabend im Gasthof Schuller / Neuhofen seinen 50iger gefeiert hat.

 

Kurzerhand springt Humpel Helmut ein und wir starten um 10.30 für mein Zeitgefühl doch etwas spät. 300m über dem Platz sieht die Wetteroptik Richtung Süden ganz gut aus, aber je näher wir dem Abflugpunkt Almkogel kommen, stellt sich heraus, die Basis liegt doch etwas tief, d.h. ca. 200m über Gipfel und zu allem Übertruß hängen die Wolken am Atmonder Reichenstein ca. 400m unter Gipfelniveau!

 

Der Almkogel ist aber frei und ich klinke in 1500m NN, ein Schauspiel für die Wanderer, welche sehr freundlich winken. Ich fotografiere meinen Abfugpunkt 10.50 und fliege den gesamten Kamm vom Katzenhirn bis zum Reiflingeck nun auf und ab, die Basis steigt nun schon auf beachtliche 1750m. Nach ca. 1Std bin ich noch immer am Abflugpunkt und ich überlege schon wieder in Richtung Platz zu fliegen als ich doch sehr positive Worte auf der Streckenflugfrequenz höre: GT: „Der Hochschwab geht im Norden bei 150km/h mit 1m bis auf 2300m!"

 

Nun packt mich auch wieder der Ergeiz und ich setz nun auf Bodenwies über. Die Basis ist aber auch alles andere als berauschend 1900m, ich benötige aber doch noch ca. 50m um auf die Voralpe zu wechseln und so heißt es wiederum 20 min warten um dann endlich kurz vor 12.00 in Richtung Osten abzufliegen.

 

30m über der Alm finde ich nun einen 3m-Bart bis auf 2100m und jetzt geht leichter, Königsberg, Hochkar bis auf 2200m die Basis steigt. Dürnstein im Geradeausflug auf 2300m und vor bis zur Gemeindealpe 1.Foto um 12.45 und es liegen nur noch ca.560km vor mir!

Zurück über Dürnstein – Hochkar und Gamsstein zum Gr. Meiereck die Basis nun schon auf 2600m klettert. Überquerung des Ennstales zum Dürnschüberl, ein Kreis ohne Steigen und weiter zum Blosen nach kurzem suchen endlich der erste richtige Bart mit 4-5m/s auf 3200m und nun geht's rasch (160km/h) Richtung Westen.

 

Gaßeneck – Knallstein – Hochwildstelle 5m/s bis auf 3800m diese Höhe der Basis erlaubt nun auch das entsprechende Tempo, wobei ein Westwind mit ca.20km/h doch etwas bremst. Ich hoffe, daß dieser Wind bei meinem Rückweg dann auch noch bläst!

 

Weiter über Obertauern, vorbei an Radstadt und Wagrain zur Höllwand und aufgekurbelt zur Basis und Wechsel in die Dientener, vor bis zum Honigkogel bei Zell am See. Nun begegne ich wieder einigen Segelflugzeugen die sich in den Niederen Tauern alle zu verstecken schienen. Auf der Steckenflugfrequenz höre ich einige „Triebener" über der Turach mit der tiefen Basis (1900m) kämpfen!

 

Der Pinzgau sieht dagengen ausgezeichnet aus und ich kann mein hohes Tempo über Schmittenhöhe – Hochkogel – Geißstein weiterfliegen.

Am Paß Thurn ist wieder ein großes Termikloch festzustellen und somit muß ich zuvor nochmals inmitten von ca. 10 Paragleitern aufkurbeln. Weiter über Wildkogel nach vor zur Gerloßplatte. Auf der Gerloß ist die Basis 100m tiefer aber doch auf recht brauchbaren 3700m und die Weg zum Kreuzjoch ist nur noch 10km wobei ein Blick in Richtung Westen zum Weiterfliegen einlädt.

 

2.Foto Kreuzjoch um 15.30 und nicht ganz die Hälfte der Streck liegt nun hinter mir, wobei ich nun eigentlich nur noch nach Hause fliegen muß!

Zurück über die Gerloß und weiter auf der „Nordseite". Der Hauptkamm sieht zwar gut aus, doch entscheide ich mich für die schon geflogene Variante. Am Paß Thurn höre ich MM unter der Hangkante, doch Michl wird's schon wieder schaffen!

Vorbei an Zell am See und am Honigkogel stellt sich die Frage Im Norden oder die Tauern? Ich entscheide mich für die Tauern und wechsele wieder auf die Höllwand. Die Wolken wandern aber nun immer tiefer in die Niederen Tauern und ich entscheide mich übers Nordportal auf die „Südseite" zu queren wobei ich das erste Mal etwas tiefer ins Relief eintauche. In 2500m finde ich bei Zederhaus den besten Aufwind des Tages der mich mit 6-7m/s auf 3800m hebt.

 

Nun geht's wieder besonders leicht und ich kann unsere DG zwischen den Aufwinden schon etwas schneller fliegen (170 – 180km/h ). Vorbei am Hochgolling, dem Sölkpaß und Donnersbachwald sinkt nun die Basis etwas ab, wobei ich dadurch den Wolken seitlich ausweichen muß. Am Bösenstein ist die Basis nur noch auf 3200m und in Richtung Osten sieht's noch tiefer aus.

 

Zur Gemeindealpe steht nun für mich die morgendliche, nördliche Variante und jene über den Eisenerzer Reichenstein und den Seebergsattel zur Auswahl. Ich entscheide mich für die Zweite, wobei die Basis immer weiter absinkt und der Bewölkungsgrad (6/8 - 7/8) stark zunimmt.

Zeiritzkampel 2750m, E.Reichenstein 2500m, Hochturm 2400 und auf der Meßnerin nur noch auf 2300m. Ich fliege weiter find mich 200m unterhalb des Hochschwabs wieder. Nach kurzem suchen trägt mich ein 2m/s Bart auf 2300m und ich kann knapp aber doch in Richtung Norden übersetzen. Am G. Zellerhut ist die Basis nun auf 2200m und die ersehnte Gemeindealpe ist auch nicht mehr weit. Rein rechnerisch sollte diese Höhe ausreichen um zu fotografieren und auch sicher den Patz zu erreichen, aber ohne Endanflugrechner gehe ich diese Risiko nicht ein und fotografiere die Gemeindealpe um 18.00 und drehe einige Kreise in 0,5m/s Steigen bis zur Basis auf 2100m.

 

Der 51,2km lange Endanflug beginnt mit 3m/s Sinken und ich verliere 200 wertvolle Höhenmeter wobei sich aber die DG-200 im Endanflug sichtlich wohlfühlt und ich kann die Geschwindigkeit in der vollkommen ruhigen Luft von 115km/h auf 140km/h erhöhen und komme trotzdem 750m NN in Seitenstetten an.

 

Nachdem Abschlußfoto um 18.32 , Überflug und Landung um 18.37 empfangen mich Franz und Rudi mit den ersten Gratulationen zur geflogene Strecke.

 

Michael Sturm, Juli 1999

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